Vom unerwarteten Start zu einer Karriere in der Farbenindustrie
Können Sie uns etwas über Ihren Werdegang in der Forschung und Entwicklung erzählen und wie Sie hierher gekommen sind?
Das ist eine gute Frage. Ich arbeite nun seit etwa 25 Jahren in der Farbenindustrie. Aber ich habe nicht von Anfang an geplant, dass dies meine Karriere werden würde.
Nach der Sekundarschule begann ich eine Ausbildung im Bereich Sozialpädagogik. Nach sechs Monaten wurde mir klar, dass das nicht wirklich mein Ding war. Ich brach die Ausbildung ab und begann, vorübergehend zu arbeiten. Ich landete in einer Baumschule und erkannte schnell, dass das Arbeitsleben ohne Qualifikationen nicht besonders vielversprechend sein würde.
Dann ereignete sich etwas Kleines, das sich als entscheidend herausstellte. Ein Familienmitglied bat mich, eine Küche zu renovieren, indem ich sie streichen sollte.
Sie war dunkelgrün, im Stil der 1970er Jahre, und wurde rosa. Ich war begeistert von dem enormen Unterschied, den man mit Farbe erzielen kann. Die Verwandlung. Die Wirkung von Farbe und eine völlig andere Erfahrung. Da dachte ich mir: Ich muss etwas Kreatives machen, Produkte herstellen. So kam ich zum CIBAP in Zwolle. Cibap ist eine Berufsschule für kreative Studiengänge in Zwolle, Niederlande.
Waren Sie damals schon sehr kreativ?
Interessanterweise nein. Ich bin selbst nicht besonders gut im Zeichnen oder kreativen Malen, aber ich denke sehr kreativ, was Lösungen, Möglichkeiten und alternative Vorgehensweisen angeht.
Am CIBAP erwarb ich mir ein breites Fundament in verschiedenen Fächern, aber erst in meinem vierten Jahr entschied ich mich bewusst für die Spezialisierung auf Industriechemie, also den Laborbereich. Danach begann ich ein Studium der Chemietechnik an der Fachhochschule in Enschede mit dem Schwerpunkt Beschichtungstechnik – kurz gesagt, alles, was mit Farbe zu tun hat.
Ich fand diese Kombination aus Chemie und Kreativität faszinierend. Das habe ich auch heute noch in meiner Arbeit. Ich bin selbst kein Künstler, aber ich denke jeden Tag kreativ über Lösungen nach, und wenn das gelingt, ist das auch eine Form von Kunst.
