Ultramarin

Das blaue Gold

Eine Farbe, die schon seit dem frühen Mittelalter beeindruckt, ist Ultramarin. Das intensive Blau mit der überragenden Lichtechtheit darf inzwischen auf einer Basispalette nicht mehr fehlen. Doch bis zum Jahr 1828 gab es nur eine natürliche Variante. Eine teure Angelegenheit, zumal der Preis des Pigments höher als der von reinem Gold lag.

Ursprünglich wurde Ultramarin aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen, wörtlich übersetzt „Stein" (Latein) und „blau" (Persisch). Ein außerordentlich arbeits- und kostenintensiver Prozess, bei dem die Steine per Hand gemahlen und von allen Verunreinigungen befreit wurden. Die beste Qualität Lapislazuli wird von alters her in Afghanistan abgebaut, wo das Ultramarin schon im 6. und 7. Jahrhundert für unter anderem Wandmalereien verwendet wurde.

 

Kostbares Pigment

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts entwickelte man eine Methode, mit der ein noch reineres Pigment aus dem Stein gewonnen werden konnte. Dadurch nahm der Ertrag pro Stein aber beträchtlich ab, so dass der Preis in ungeahnte Höhen schoss und sogar den Preis reinen Goldes übertraf.

Trotzdem waren Künstler so beeindruckt von der Farbintensität und Lichtechtheit, dass die Nachfrage stets größer wurde. Auch in Westeuropa, wo der Lapislazuli ab dem 14. Jahrhundert in immer größeren Mengen Übersee angeliefert wurde. Daher stammt auch der Name „Ultramarin", abgeleitet vom Lateinischen „ultra marum" oder auch „über See". Aufgrund seines hohen Preises gehörte das Pigment allerdings keineswegs zur gängigen Farbpalette eines Malers. Im Gegenteil: Überliefert wird, dass unter anderen die holländischen Meister des 17. Jahrhunderts die Kosten für den Gebrauch von Ultramarin als Mehrpreis an ihre Auftraggeber weitergaben.

 

Guimets Erfindung

Während der Industriellen Revolution und dem Aufschwung der chemischen Wissenschaft begann auch die Suche nach einer bezahlbaren Alternative für das extrem teure Ultramarin. Im Jahr 1824 wird in Frankreich eine Preisfrage ausgeschrieben. Derjenige, der eine gleichwertige, aber preiswertere, synthetische Variante für das natürliche Ultramarin entwickelt, gewinnt 6.000 Francs. In der damaligen Zeit ein Vermögen. Drei Chemiker - Guimet, Gmelin und Köttig - präsentieren im Jahr 1828 unabhängig voneinander eine fast identische Rezeptur. Guimet wird schließlich zum Gewinner ernannt, weil er seine Entdeckung schon einige Jahre früher im Geheimen gemacht hatte.

 

Qualitätssprung

Guimets synthetisches Ultramarin weicht hinsichtlich der Eigenschaften kaum von seinem natürlichen Gegenstück ab. Beide Farbsorten sind besonders empfänglich für die sogenannte „Ultramarin-Krankheit", bei der Feuchtigkeit in Kombination mit Säuren die Farben verblassen lässt. Im Laufe der Zeit wurde die Qualität aber beträchtlich verbessert, und die externen Faktoren haben kaum noch Einfluss auf die Farbintensität. Außerdem wird der Ultramarin-Ölfarbe von Royal Talens eine Zutat hinzugefügt, die die Farbe vollkommen resistent gegen die Ultramarin-Krankheit werden lässt. Ein weiterer Grund dafür, dass das „blaue Gold" bei fast jedem Künstler auf der Basispalette zu finden ist.

 

Eigenschaften

Ultramarin ist ein blaues Pigment mit „roten Spuren". Gemischt mit bläulichen Rottönen bietet es unzählige Möglichkeiten, überraschende Violett-Töne zu kreieren. Darüber hinaus wird Ultramarin bei der sogenannten Lasurtechnik vielfältig aufgetragen als transparente Schicht. Wenn es dünn auf einen weißen Untergrund aufgebracht oder mit einer kleinen Menge Weiß gemischt wird, entsteht der so charakteristische, intensive, hellblaue Farbton.

 

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Der Lapislazuli, wörtlich übersetzt „Stein" (Latein) und „blau" (Persisch).

 

Royal Talens bietet die Farbe Ultramarin in den folgenden Sortimenten an:

  • Rembrandt Ölfarbe, Farbnummern: 683, 505, 506 und 507
  • Rembrandt Acrylfarbe, Farbnummern: 504 und 507
  • Rembrandt Aquarellfarbe, Farbnummern: 503, 506, 512 und 507
  • Rembrandt Weiche Pastelle, Farbnummern: 505 und 506
  • Van Gogh Ölfarbe, Farbnummern: 504 und 512
  • Van Gogh Acrylfarbe, Farbnummern: 504 und 512
  • Van Gogh Aquarellfarbe, Farbnummern: 506 und 512
  • Van Gogh Ölpastelle, Farbnummern: 504 und 507
  • Cobra wassermischbare Ölfarbe, Farbnummern: 504 und 512
  • Amsterdam Acrylfarbe Standard Series, Farbnummern: 507, 519, 504 und 512
  • Amsterdam Acrylfarbe Expert Series, Farbnummern: 504, 516 und 518
  • Amsterdam Ölfarbe, Farbnummern: 504 und 512
  • Talens Gouache Extra Fine Quality, Farbnummern: 505, 506 und 512