Mein alter Pastellmalkasten

Als ich neun Jahre alt war, brachte mein Vater mir einen alten Holzmalkasten mit, voller weicher Pastelle. Es ist ein schöner Holzkasten mit drei Ebenen und drei Fächern auf jeder Ebene, jedes ausreichend für 40 Pastelle, so dass insgesamt 360 Pastelle hineinpassen. Die Farben sind erstaunlich, es gibt unglaublich viele Farbtöne und Schattierungen. Schnell hatte ich das Nachtblau aus der blauen Auswahl vollständig aufgebraucht, nichtbegreifend, dass ich es niemals ersetzen konnte. Der Inhalt des Kastens neigte zu Rosa-, Orange-, Braun- und Ockertönen für beispielsweise Bordeaux, Caput Mortuum, Krapplack, Krapplackrosa und Terra die Pozzuoli (rote Erde) mit einer vollständigen Skala an Farbtönen und Schattierungen dazwischen. Es gab auch eine große Auswahl an warmen und kühlen Grüntönen. Die malvenfarbenen und Rosa- und Violett-Farbtöne waren zahlreich. Die einzigen fehlenden Farben waren die reinen Gelbtöne. Wenn ich jemals beschließen sollte, Porträts zu malen, bin ich jedenfalls noch immer gut ausgestattet. Der Malkasten enthält einen Mix an Pastellen mit dem Namen Rembrandt und Talens & Zoon, N.V. Apeldoorn darauf.

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Ich habe den Pastellmalkasten sofort benutzt, doch verlor ihn danach aus dem Auge, bis ich Jahre später Kunst an der Universität studierte und mich wieder an den Kasten erinnerte. Ich ließ ihn mir zuschicken. Seitdem gebrauche ich die Pastelle - bis zum heutigen Tag, dreißig Jahre später.


Ich habe inzwischen schon viele verschiedenen Pastellmarken ihrer Farbe, Farbintensität, Textur und Konsistenz wegen verwendet, aber ich genieße es immer noch, beim Öffnen meines Pastellmalkastens neue Farbtöne zu entdecken, die ich in meinen Zeichnungen verwenden kann. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich all die Variationen einer Farbe entdeckt hätte, wenn ich den Malkasten nicht gehabt hätte. Und dafür bin ich aufrichtig dankbar. Er hat meinen Blick auf Farben geformt, aber auch die Aufmerksamkeit geschärft, die ich nun der Verwendung von Farben schenke. Und ja, es gibt immer noch Tage, an denen ich nicht den richtigen Farbton finden kann.

Maria Paterson, Australien, www.mariapaterson.com